Wie man Betrügern bei MySpace und Co. das Handwerk legt

Leider tummeln sich in Sozialen Netzwerken auch viele Betrüger die die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft ihrere Opfer gnadenlos ausnutzen. Hier zeige ich euch, wie ihr diesen Machenschaften Einhalt gebieten könnt.

Betrug 2.0

Computertastatur mit einer Taste die mit "Betrug" beschriftet ist

Bild: polizeibericht.ch

Das Problem werden wohl viele von euch kennen, die auf MySpace aktiv sind. Allerdings gilt mein Beitrag nicht nur für MySpace, sondern lässt sich auch auf andere Soziale Netzwerke übertragen. Ich rede von Betrügern, die über MySpace versuchen, neue Opfer zu finden.Ich hatte schon oft Anfragen von augenscheinlich attraktiven Frauen, die mir nett geschrieben haben, sie möchten mich kennenlernen. Dann ging der E-Mail Kontakt eine Weile hin und her, man lernte sich besser kennen- bis zu dem Punkt, wo sie mir jeweils weismachen wollten, sie wären momentan gerade in Nigeria.

Merke: alle Betrüger leben in Nigeria

„Ich bin hier in Nigeria in einem Krankenhaus, da ich vor ein paar Tagen auf der Strasse ausgeraubt wurde und jetzt habe ich kein Geld mehr und weiss nicht, wie ich wieder nach Hause komme..“ Oder: „Ich muss nächste Woche auf eine wichtige Geschäftsreise nach Nigeria, da wir in unserer Firma eine Maschinenlieferung erwarten, da der Hafendisponent versagt kann ich die Reise nicht verschieben.“ Auch bei diesem Kontakt wäre sicher bald die Anfrage nach Geld gekommen. Deshalb habe ich den Kontakt in weiser Vorausicht vorher abgebrochen.

Wieso sind wir im Internet oft so unvorsichtig?

Ich könnte jetzt noch lange weitermachen. Ich habe mich schon oft gewundert, wie fantasielos doch viele Betrüger sind. Die glauben wirklich, dass sie mit der ewig gleichen Masche Leute betrügen können. Gottseidank sind sie so dumm, kann man da nur sagen! Das ganze ist sehr hinterhältig, gerade wenn jemand etwas sensibel ist, kann es schnell passieren, dass er/sie sich erweichen lässt und einer wildfremden Person Geld schickt.

Versagende Schutzmechanismen

Die versuchen es wirklich mit allen Mitteln und wollen unser Mitgefühl ansprechen. Offline würde man jemanden, den man noch nie im Leben getroffen hat, niemals Geld schenken. Wieso aber ausgerechnet im Internet? Beinahe jeder zweite Internetnutzer wurde schon Opfer eines Betrügers. Versagen da unsere Denkprozesse und Schutzmechanismen? Im Internet kann man sich oft nicht sicher sein, ob es sich wirklich um diese Person handelt, oder ob sich nur jemand eine fremde Identität angeeignet hat.

Vielleicht bin ich zu misstrauisch und deshalb zumindest im Internet noch nie betrogen worden. Aber ich gebe zu, dass ich oft, wenn ich eine Mail von einer schönen Frau bekam, etwas zu vertrauensselig war, sehr viel von mir preisgegeben habe und erst gar nicht daran gedacht habe, dass es wieder ein Betrüger sein könnte. Aber sobald ich das Wort Nigeria höre, schrillen bei mir alle Alarmglocken.

Also, lasst euch nicht von herzzereissenden Geschichten erweichen, selbst wenn ihr helfen möchtet, haltet euch zurück. Das Geld wird mit 99.9%iger Sicherheit in dubiosen Kanälen verschwinden und ihr werdet nie wieder etwas von dem armen, halb totgeschlagenen „Opfer“ hören.

Wie man Betrüger loswerden kann

Nachdem ich kürzlich gleich drei derartige Kontakte hatte, wurde es mir zu bunt und ich habe mir überlegt, wie man das stoppen könnte. Die Idee war meiner Meinung nach genial: ich habe mein Profil um eine kleine, aber feine Angabe erweitert. In der Kategorie Bücher habe ich folgenden Eintrag gemacht: Professional Articles and Books about Scam in Social Network and Computer Security.

Also auf Deutsch: ich lese gerne Bücher und Artikel über Betrug in Sozialen Netzwerken und über Computersicherheit, was ja sogar stimmt. Seither hatte ich KEINE einzige derartige Anfrage mehr. Das ist für mich der klare Beweis, dass sich Betrüger ihre Opfer gezielt aussuchen und vorher die Profile genau studieren. Dann erst entscheiden sie, ob sie einen Versuch starten.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Man sollte im Internet immer vorsichtig sein und auch ein gewisses Misstrauen ist nur von Vorteil. Nehmt nicht einfach wahllos Freundschaftsangebote an, sondern schaut euch die Profile der Person genau an. Achtet darauf, wieviel Arbeit die Person in das Profil investiert hat. Hat sich die/der betreffende die Mühe gemacht, etwas über sich selbst zu schreiben? Hat sie/er Bilder hochgeladen, oder ist überhaupt kein Bild im Profil vorhanden? Wenn nicht, meidet die Person.

Wie lange ist sie/er schon dort aktiv und sammelt sie/er einfach nur Freunde? Hat sie/er sich überhaupt die Mühe gemacht die Freundschaftsanfrage auch mit einer persönlichen Nachricht zu versehen? Viele dieser Details können euch einen Hinweis auf die wahre Identität der Person geben. Wenn ihr Zweifel habt, lasst ihr entweder die Anfrage unbeantwortet oder lehnt sie einfach ab.

Sicherheitsrisiko Instant Messsenger

Bild: polizeibericht.ch

Seid vorsichtig, wenn die Person euch explizit nach Instant Messaging Adressen wie Yahoo Messenger und dergleichen fragt. Diese Programme können nämlich auch dazu benutzt werden auf dem Zielrechner einen Trojaner zu platzieren und dann wertvolle Daten und Passwörter auszuspähen! Instant Messenger sind ein grosses Sicherheitsrisiko.

Ich hatte auch kürzlich eine derartige Anfrage, als ich dann gesagt habe, ich benutze keine IM’s aus Sicherheitsgründen ist sie richtig sauer geworden, obwohl ich ihr genau erklärt habe weshalb ich das nicht mache. Abgesehen davon bieten fast alle sozialen Netzwerke eigene Instant Messaging Programme.

Es gibt also keinen Grund jemandem zu früh sensible Daten preiszugeben. Klar, wenn ihr euch WIRKLICH sicher seid und die Person besser und schon länger kennt oder sogar persönlich getroffen habt, ist es etwas anderes, aber sonst- Vorsicht ist die Tante der Porzellanschüssel oder wie ging das noch gleich?

Was man tut, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist

Selbst wenn ihr möglicherweise einmal jemanden Unrecht tut, ist es meiner Meinung nach besser, zu vorsichtig zu sein. Wenn es schon zu spät ist, und ihr doch Spam Nachrichten bekommt, könnt ihr die Person auch blockieren. Diese Möglichkeit bieten eigentlich alle Sozialen Netzwerke. Ebenso könnt ihr in eurem E-Mail Programm Regeln erstellen und Nachrichten von unerwünschten Absender direkt löschen lassen.

Wenn man den Verdacht hat ausspioniert worden zu sein, sollte man alle relevanten Passwörter ändern und auch den PC gründlich auf Viren und Trojaner durchprüfen. Obwohl- eigentlich ist die einzig sichere Massnahme, das Betriebssystem neu zu installieren, weil man sonst nie sicher sein kann ob sich nicht doch noch irgendwo ein Trojaner oder Virus im System versteckt..

Viele der heutige Viren und Trojaner werden sehr raffiniert programmiert und verstecken sich vor den Virenscannern, diese werden somit wirkungslos. Das Problem ist, dass die Hacker eigentlich immer einen Schritt voraus sind und die Schutzprogramme immer zu spät reagieren. Deshalb sollte man alle nur erdenklichen Massnahmen zur Absicherung des PC’s ergreifen.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Werdet ihr auch ab und zu belästigt, oder seid ihr sogar schon einmal auf einen Betrüger hereingefallen? Über eine lebhafte Diskussion freue ich mich jetzt schon, Liebe Leser!

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2 Antwort zu to Wie man Betrügern bei MySpace und Co. das Handwerk legt

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