Umstellung auf IPv6 wird immer dringender

IPv6 fristet nach wie vor ein Schattendasein, das zeigt eine Studie der Firma Arbor Networks, die herausgefunden hat dass nur ein kleiner Bruchteil des Internets an das Internetprotokoll angepasst wurde.

IPv6-Logo vor einer Weltkugel

die Umstellung auf IPv6 wurde zu lange regelrecht verschlafenBild: windows7newsinfo.com

Niemand wird deshalb bei Google seine Lieblingsvideos nicht mehr finden aber für viele Firmen brauchen immer wieder neue IP Adressen und die Adresspools werden immer leerer. Das Asia Pacific Network Information Centre (APNIC) das alle Adressen in Asien verwaltet, ist nun dabei die letzten noch verfügbaren IPv4 Adressen zu vergeben.

In Nordamerika sieht es kaum besser aus, die American Registry for Internet Numbers (ARIN) sieht zwar dass die Nachfrage nach IPv4 Adressen seit längerem abnimmt und gleichzeitig mehr IPv6 Adressen nachgefragt werden, allerdings wird auch dort der Pool von IPv4 wohl spätestens  Mitte 2012 komplett ausgeschöpft sein.

Wenn es aber so weitergeht wird es schon im späten Herbst 2011 sehr eng, dann wird ARIN wohl die Vergabe von neuen  IPv4 Adressen begrenzen müssen. Bis dahin kann man sich mit dem Kauf neuer IPv4 Adressen behelfen, eine wirkliche Lösung ist aber auch das nicht. Die IPv4 Adressen gehen aus und es wird endlich Zeit für einen Wechsel.

der Chef von Arbor Craig Labovitz  weist darauf hin: “Obwohl 15 Jahre in die Entwicklung von IPv6 Standards investiert wurden, viele Pressenmitteilungen veröffentlich wurden und es Interessenvertretung gab, hat nur ein kleiner Bruchteil des Internet IPv6 angenommen. Die Gründe für das langsame Tempo der Einführung von IPv6 sind zu gleichen Teilen technischen als auch konzeptionellen Hürden, fehlenden wirtschaftlichen Anreizen und dem allgemeinen Mangel an Akzeptanz von IPv6 zuzuschreiben. ”

In der Tat: “Während des sechsmonatigen Studienzeitraums wuchs IPv4 Inter-Domain-Traffic um durchschnittlich 40-60%. Im deutlichen Gegensatz dazu verringerte sich IPv6 (nativ und getunnelt) um durchschnittlich 12%, obwohl sich die kleine Menge an nativem IPv6 mehr als verdoppelt hat. ” Internet Traffic wird ein Boom, aber um damit fertig zu werden müssen die Anteile von IPv6 drastisch erhöht werden.

der Welt IPv6 wird helfen Probleme zu erkennen

Das Ende von IPv4 ist nah, deshalb veranstaltet die Internet Society (ISOC) am 8.Juni den Welt-IPv6-Tag. Diese 24 Stunden geben den ganzen ISP’s den Hard- und Softwareherstellern und natürlich auch allen Seitenbetreibern die Chance einen Intensiven Testlauf durchzuführen um die Systeme zu testen und alle Dienste auf IPv6 vorzubereiten. Die ISOC will mit dem Testlauf mögliche Probleme unter kontrollierten Bedingungen herausfinden und diese schnellstmöglich lösen. Die meisten Anwender werden allerdings kaum mit Problemen konfrontiert werden. Die ISOC schätzt, dass 0.05% der Anwender mit Problemen konfrontiert werden könnten.

der Weg bis zur Umstellung  auf  IPv6 ist noch immer weit

Allerdings muss noch einiges getan werden, viele Provider im Mobilfunkbereich planen zwar eine Umstellung auf IPv6, wirklich verfügbar sind die neuen Adressen allerdings nur bei ganz wenigen Anbietern.

  • Unternehmen müssen ihre Webseiten anpassen
  • -Betriebssystemhersteller sind unter Umständen gefordert, spezifische Updates nachzureichen (Beispiel Windows XP, das verfügt zwar über IPv6 allerdings hat die Software immer noch Beta-Status)
  • Hardwareunternehmen müssen ihren Geräte mit Firmwareupdates versorgen.

Fazit

Viele Provider sind sich des Problems zu wenig bewusst, ein schönes Beispiel dafür ist ein Beitrag in einem Forum den ich vor einiger Zeit gelesen habe, dort diskutierten Nutzer eines bestimmten Anbieters die Frage, ob dieser Anbieter IPv6 unterstützt- bemerkenswert daran ist dass dieser Beitrag aus dem Jahr 2002 stammt und bis heute kann man bei diesem Provider keine native IPv6 Adresse beziehen. Dabei sind heutige Betriebssysteme problemlos in der Lage mit dem neuen Protokoll umzugehen.

Allerdings ist es nachvollziehbar dass viele Provider versuchen das ganze noch etwas herauszuzögern, die Umstellung ist natürlich auch mit hohen Investionen verbunden- langfristig führt aber kein Weg an der Umstellung vorbei.

via zdnet.com


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