Ein Kommentar zu den Unruhen in England und den Plänen von Premierminister Cameron

Seit Tagen verfolge ich nun aufmerksam die Krawalle in England und gerade eben lese ich einen Blogeintrag der die Frage behandelt ob Twitter auch in Indien zu einem Volkaufstand führen kann und denke mir: „wo hat es denn jemals wegen Twitter einen Volkaufstand gegeben?“  Ja in London wo sonst- werden viele  nun einwenden. Ich denke dass das trotzdem nicht der Wahrheit entspricht.

Die Welt schreibt: “ Der britische Premierminister David Cameron will bei künftigen Ausschreitungen notfalls die Armee einsetzen, um der Polizei den Rücken freizuhalten. Die Regierung werde einen Militäreinsatz im Landesinneren prüfen..“ Aha, die Regierung wird einen Militäteinsatz im Landesinneren prüfen und die Befugnisse der Polizei werden natürlich auch ausgeweitet. Das kann ja heiter werden. Sagen sie mal  Mister Cameron  haben sie nun komplett den Verstand verloren oder was geschieht bei euch in England? Seid ihr nun von allen guten Geistern verlassen und wollt das zu Recht unzufriedene Volk das seit Jahren unter eurer Scheisspolitik leidet kaltmachen? Wollt ihr einen Bürgerkrieg provozieren mit allen Konsequenzen und bis zum bitteren Ende? Wollt ihr den totalen(Bürger)Krieg? Den gibt es nämlich wenn diese hirnverbrannten Ideen tatsächlich in die Tat umgesetzt werden und dann möchte ich nicht in England sein sondern ganz weit weg. Möglichst Tausende Kilometer weit weg oder besser gleich ganz weg vom Planeten Erde, denn man kann nicht jahrelang das Volk darben lassen, Steuern erhöhen, nichts gegen die Arbeitslosigkeit oder soziale Ungerechtigkeit  unternehmen, vielen Menschen die Existenzgrundlage entziehen und dann einfach Twitter  die Schuld in die Schuhe schieben.

In der Politik ist es scheinbar eine Stärke Probleme so lange wie möglich zu ignorieren

Premierminister David Cameron in jüngeren Jahren
(Bild: educators.mfa.org)

Das ist die Logik in der Politik. Erst macht man alles falsch, begünstigt immer die Reichen verteilt um von unten nach oben und wenn es dann knallt- (was schon sehr, sehr lange absehbar war) setzt man am besten gleich noch Langstreckenwaffen ein um eine ganze Stadt dem Erdboden gleichzumachen.  Natürlich ist das etwas überspitzt dargestellt aber vom Grundsatz her entspricht es der Wahrheit und es wird Zeit dass sich die Politik den Problemen stellt die sie selber verursacht und jahrelang ignoriert hat denn sonst nimmt womöglich auch die Ära  Cameron  ein ählich unrühmliches Ende  wie seinerzeit die Ära von Louis XIV. Die französische Revolution hat gezeigt wozu ein Volk fähig ist das jahrelang ausgebeutet und schikaniert verspottet und von oben herab behandelt wurde. Man kann nur hoffen dass es noch irgenjemanden gibt der unseren lieben Freund David Cameron zur Vernunft oder vielleicht noch besser- gleich  ins Irrenhaus bringt sonst sehe ich schwarz für England und dass die Unruhen auf England begrenzt bleiben ist keineswegs so sicher denn auch hier auf dem Festland gibt es einiges das im Argen liegt und um auf die Grundfrage zurückzukommen:

Nicht die sozialen Netzwerke verursachen Unruhen sondern soziale Ungerechtigkeit

Nein! Twitter kann keinen Volkaufstand heraufbeschwören: Es sind immer die Menschen, es ist die himmelschreiende Ungerechtigkeit die in viel zu vielen Ländern regiert und die Menschen auf die Barrikaden und auf die Strassen treibt. Denn man kann den Zugang zu Twitter sperren man kann Facebook kappen, den Leute die Sozialhilfe streichen,  man kann den Journalisten und dem Volk die Nutzung des Mobiltelefon verbieten wie es nun in Deutschland vorgeschlagen wurde es wird alles nichts bringen im Gegenteil, denn wenn die Wut erst einmal Überhand genommen hat kann sie keine Armee der Welt mehr aufhalten und es wäre besser die Situation zu deeskalieren anstatt immer nur weiter Öl ins Feuer zu giessen. Gewalt erzeugt IMMER Gegengewalt und deshalb ist  Gewalt nie eine Option oder gar eine Lösung auch wenn das in der Politk ganz anders gesehen wird und schon immer wurde. Das ist eine Lektion die sehr, sehr viele Politiker noch lernen müssen sonst werden sie es auf sehr schmerzhafte Weise lernen. Das blutgetränkte Fundament Europas das auf den Gräbern von Millionen Toten aufgebaut wurde sollte uns hier mehr als eine eine Mahnung sein!

die Medien müssen ihrer Verantwortung gerecht werden

Wir Journalisten haben dem Volk gegenüber eine Verantwortung und die gilt es wahrzunehmen. Ich weiss dass ich das als freier Journalist leicht sagen kann nur unwahr wird es deswegen trotzdem nicht. Manchmal braucht es tatsächlich richtig Mut klar Partei für die Schwächeren zu ergreifen auch wenn es eigentlich allen journalistischen Grundsätzen und Gepflogenheiten diametral entgegensteht und selbst auf die Gefahr hin dass man sich am Ende wieder auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber machen muss. Es kann nicht angehen dass wir das Vorgehen der Regierung Cameron auch noch absegnen und gutheissen denn damit machen wir uns mitschuldig und es klebt Blut an unseren Händen.

Es gibt eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden. Jetzt ist die Zeit zum Reden! Wir müssen die Stimme erheben für denjenigen die keine Stimme und keine Partei, keine Lobby und keinen Abgeordneten im Parlament haben denn wer ausser den Journalisten kann dem Volk ohne Stimme eine Stimme geben? richtig es ist die vierte Macht im Staat, es sind die Medien.

kleiner Medienspiegel zum Thema:

Welt.de: David Cameron will Twitter kappenl

Spiegel Online: „Diese Regierung hat die Zivilgesellschaft zerstört“

taz.de: Nach den Riots in England

sueddeutsche.de: Scotland Yard greift Cameron an

Zeit de: Cameron hat kein digitales Problem, sondern ein soziales

NZZ:Mit voller Härte gegen britische Randalierer

Welt.de: Randalierern soll die Sozialhilfe gestrichen werden

n-tv: Iran und Lybien verurteilen Cameron

AG Friedensforschung: Twitter ist schuld Nach Unruhen in London. Abgeordneter macht soziales Netzwerk mitverantwortlich

Deutsche Welle:Cameron stattet Polizei mit Sondervollmachten aus

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