Das Windows 8 Omen?

Derzeit läuft auf netzwelt.de eine Umfrage wo die Nutzer gebeten werden über ihren Eindruck der Windows 8 Developer Preview abzustimmen. Das Resultat sieht für Microsoft nicht erfreulich aus und wir können nur hoffen dass das kein böses Omen ist. Natürlich ist die Umfrage nicht repräsentativ aber sie zeigt doch eine erste Bilanz der Nutzereindrücke.

Microsoft hat bei Windows 8 so ziemlich alles über Bord geworfen was uns in den letzten Jahr lieb und teuer geworden ist. So ist nicht nur Microsoft (fälschlicherweise?) davon überzeugt davon dass der Desktop PC eine aussterbende Gattung ist und den Tablets die Zukunft gehört. Leider wird dabei auch vergessen dass es sehr viele Nutzer- gerade wir Blogger und Journalisten lieber mit einer zwar veralteteten aber eben immer noch nützlichen Tastatur arbeiten.

Metro Interface hat nicht nur Freunde

Klar, auch Windows 8 erlaubt es weiterhin mit einer Tastatur zu arbeiten, nur wenn anschliessend die meisten Nutzer das Metro Interface deaktivieren um wieder zur gewohnten Darstellung zurückzukehren (Tips dazu kursieren ja bereits im Netz) und zusätzlich noch Maus und Tastatur benutzen, hätte Windows 8 das Klassenziel klar verfehlt. Für solche Spekulation ist es derzeit natürlich noch zu früh aber erinnern wir uns an das Debakel mit den Convertibles– Notebooks die zusätzlich zu Maus und Tastatur mit einem Stift zu bedienen waren und zudem über einen drehbaren Touchscreen verfügten.

Convertibles- damals ein Flop

Die Convertibles wurden damals vom Publikum nicht angenommen und Microsoft musse damals viel Kritik dafür einstecken- Das sollte Microsoft doch eine Lehre und Warnung gewesen sein. Womöglich war die Zeit damals einfach noch nicht reif für eine Revolution, die Frage ist nur ob sie es inzwischen ist. Der Windows-Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier, das sollte man nie vergessen und schon gar nicht unterschätzen. So stellt den auch Robert Basic in seinem Blog die Frage, ob Microsoft mit Windows 8 nicht ein  zu grosses Wagnis eingegangen ist.

Bis dass Microsoft euch scheidet- der Homo Tastaturus Microsoftiensis ist akut vom Aussterben bedroht (© Bild: Denkmaschinen-Blog)

Windows Phone 7 Weiterentwicklung als bessere Lösung

Wir selber und viele andere Nutzer hätten sich lieber zwei separate Windows Versionen gewünscht. Eine klassische Windows Version, also eine Weiterentwicklung von Windows 7 um den altgedienten Windows Nutzern den Wind(ows) aus den Segeln zu nehmen und eben eine Revolution, also eine zusätzliche Version für Tablets in die alle neuen Features eingeflossen wären. Die Verschmelzung dieser beiden Betriebssysteme wäre zu einem späteren Zeitpunkt immer noch möglich gewesen zumal ja auch Windows 7 schon ein Betriebssystem aus dem Baukasten war.

Zudem wäre es dann auch deutlich einfacher gewesen, Windows 8 für ARM Prozessoren fit zu machen. Das wäre unserer Meinung nach der deutlich bessere Ansatz gewesen um langjährige Nutzer nicht vor den Kopf zu stossen und trotzdem hätte man alle neuen Ideen einem grossen Publikum präsentieren können. Hoffen wir, dass die Sache für Microsoft gut ausgeht, es kann auch sein, dass Windows 8 ein voller Erfolg wird und unsere Befürchtungen unbegründet sind, das kann nur die Zeit zeigen!

Windows 8 ist innovativ

Eines muss man Microsoft doch lassen, lange wurde MS dafür kritisiert, bei der Entwicklung neuer Betriebssysteme zuwenig mutig und innovativ zu sein- diesen Vorwurf kann man Microsoft bei Windows 8 nun sicher nicht mehr machen!

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7 Antwort zu to Das Windows 8 Omen?

  1. Jochen says:

    Ich habe Windows 8 auf VMware 8 installiert. Der erste Eindruck war enttäuschend. Wie du schon geschrieben hast, wären 2 Versionen optimal. Naja bis zum Finale wird sich hoffentlich noch etwas ändern.

    Wer auch Windows 8 in VMware Workstation 8 testen möchte, sollte sich diesen Beitrag durchlesen http://www.jochenbake.de/windows-8-in-vmware-workstation-installieren

    Die Hoffnung stirbt zuletzt und deshalb hoffe ich, das sich noch einiges ändert.

    Jochen

  2. Denkmaschine says:

    Ich finde die Lösung mit VMWare auch sehr elegant, das erspart einem die ganze Arbeit mit der Umpartionierung und um Windows 8 einmal auszuprobieren reicht eine virtuelle Umgebung eigentlich schon, zumindest solange der Prozessor des Rechners nicht komplett veraltet ist. Ich denke aber schon, dass sich bis zur finalen Version von Windows 8 noch einiges ändern wird, das war bei Windows schon immer so und ich glaube auch dass Microsoft schon auch auf die Kritik der Nutzer hört um einem Flop vorzubeugen. Mich stört daran einfach, oder anders gesagt.. Ich habe den Eindruck dass Microsoft alles daran setzt den „klassischen“ PC mit Maus und Tastatur zu beerdigen und den Nutzern auf Biegen und Brechen die Tablets aufzwängen will.. Ich habe nichts gegen Tablets aber als Blogger ist eine Tastatur eigentlich unverzichtbar, zumindest solange die Spracherkennung nicht noch wesentlich ausgereifter ist. Andererseits kann man natürlich auch argumentieren dass Maus und Tastatur als Bedienkonzept völlig veraltet ist, falsch ist das natürlich nicht. Die Frage ist nur weshalb man bewährte Konzepte einfach so über Bord werfen soll aber vielleicht werde ich ja auch langsam altmodisch 😉 Bin zumindest sehr gespannt wie sich Windows 8 entwickelt und wie die finale Version von den Nutzern angenommen wird.

  3. Ralf says:

    Hoffentlich wird es nicht wieder wie bei Vista.
    Vista wurde einfach tot geredet, weil das OS auf zu schwachen Computern verkauft wurde.

  4. Denkmaschine says:

    @Ralf das Problem wird es bei Windows 8 definitiv nicht geben. Windows hat sogar geringere Hardware- und Speicheranforderungen als Windows 7 das im Vergleich zu Vista auch deutlich genügsamer war. Microsoft hat von Anfang an darauf geachtet dass Windows 8 auf Tablets und Smartphones flüssig läuft. Mir macht eher Sorgen dass die Nutzer das die Benutzer die neue Metro-Benutzeroberfläche nicht annehmen könnten, die ist nunmal für Tablet PC’s gedacht und nicht für die klassischen PC’s. Allerdings wird aber auch Windows 7 noch weiterhin verkauft werden und das Nutzerinterface lässt sich auch deaktivieren. Wer will kann also auch wieder den klassischen Desktop benutzen, so sollten eigentlich alle Nutzer zufriedengestellt werden.

  5. Thomas says:

    Was ich bis jetzt von Windows 8 gesehen hab gefällt mir auch nicht so besonders. Das Desktop-PCs eine aussterbende Spezies sind erscheint mir eher unwahrscheinlich. Denn wie du schon ganz richtig schreibst, ist der Mensch ein Gewohnheitstier und sehr viele Leute sind an Tastatur und Maus seit Jahren gewöhnt. Das sich das mal eben total ändert nur wegen Win 8 glaub ich nicht.

    • Denkmaschine says:

      Windows 8 wird sich natürlich auch mit Maus und Tastatur bedienen lassen aber das neue Metro-Benutzerinterface ist klar für die Bedienung mit einem Touchscreen konzipiert. Immerhin lässt sich die alte, gewohnte Benutzeroberfläche wiederherstellen und ich glaube dass das erste sein was ganz viele Windows 8 Kunden nach dem Kauf machen werden. Klar, für Tablets und Smartphones ist das neue Interface sicher ganz o.k. aber Microsoft will ja Windows 8 sicher nicht für Tablets und Smartphones ausliefern sondern möchte den hohen Marktanteil bei den Desktop-PCs sicher beibehalten- Windows 7 wird aber auch weiterverkauft und soll dann eher die Kunden ansprechen die es klassisch mögen. Ich bin aber im Gegensatz zu dir schon der Meinung dass der klassische Desktop PC langsam vom Aussterben bedroht ist, die Verkaufszahlen der Tablets und Notebooks sprechen da eine sehr deutliche Sprache und beide Gerätekategorien lassen sich ja mit wenigen Handgriffen auch in einen Desktop-PC verwandeln. Der Desktop PC wird wohl nicht ganz aussterben, das denke ich auch aber die Marktanteile werden in den nächsten Jahren sicherlich weiter abnehmen. Ich kauf mir mittlerweile lieber ein Notebook mit entsprechender Leistung, das kann ich mobil nutzen und bei Bedarf umfunktionieren, heutige Notebooks sind ja so leistungsfähig dass man eigentlich alles damit machen kann, sicher, für Hardcore Gamer bleibt der Desktop PC wohl noch einige Zeit erste Wahl aber für den Rest der Kunden eher nicht.

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