Totgesagte leben länger- der Kampf gegen SOPA geht in die zweite Runde

Wir haben es gewusst. Der Kampf gegen SOPA ist noch nicht zu Ende. Von einigen Blogs wie slashdot.org oder dailytech.com wurde die Initative bereits totgesagt- sie haben sich zu früh gefreut. Im Februar will Lamar Smith, der Urheber von SOPA einen neuen Anlauf im Senat starten um seine zum Scheitern verurteilte Mission zu Ende zu bringen.

Lamar Smith, der Verursacher dieser Katastrophe namens SOPA scheint offenbar schwer von Begriff zu sein und verkündet, dass nächsten Monat ein weiterer Anlauf genommen wird um die Urheberrechte der US-Medienindustrie mit aller Gewalt durchzusetzen- ob dabei Tausende von Webseiten zerstört und enteignet werden und ob nun ein paar Tausend oder Hundertausend Menschen ihre Arbeit wegen dieser Gesetzesinitiave verlieren scheint diesen Menschen offenbar nicht zu interessieren. Kollateralschäden nennt man das in Washington.

Die bösen ausländischen Diebe klauen unser geistiges Eigentum- uns kommen gleich die Tränen!

Lamar Smith- Auf unmöglicher Mission gegen den Rest der Welt (Bild: wikipedia.org)

“Um Gesetzgeber, Verbraucher, Unternehmen und Arbeitsplätze vor ausländischen Dieben zu schützen die Amerikas geistiges Eigentum stehlen werden wir auch weiterhin zusammen die Vertreter der Industrie ane einen Tisch bringen um Wege zu finden die Online- Piraterie zu bekämpfen.” Wir sind auch Verbraucher und ebenso Inhaber von Urheberrechten und wir haben Mister Lamar um nichts gebeten und wir brauchen auch vor niemanden beschützt zu werden. Wenn das doch bloss endlich in Washington ankommen würde.

Protest der Netzgemeinde wird nicht gehört

Offenbar scheint Lamar Smith entweder an Schwerhörigkeit zu leiden und den riesigen Protest der Netzgemeinde nicht zu hören oder er ist einfach so schwer von Begriff dass er einfach immer noch nicht mitbekommen hat dass die freie Welt (früher USA genannt) sein Gesetz nicht braucht. Nun will man in Washington also im Februar noch einmal von vorne anfangen und erneut versuchen SOPA durch den Senat zu bringen.

1:1- Der Kampf gegen SOPA geht in die zweite Runde

Der Netzgemeinde bleibt offenbar nichts anderes übrig als weiterzukämpfen und den Protest auf die Strasse und in die Amtsstuben der EU zu tragen damit man in Brüssel endlich aufwacht und diplomatisch gegen die USA vorgeht. Anders kann man dieser Seuche namens Zensur offenbar nicht beikommen- auch wenn sie den unscheinbaren Namen SOPA trägt so ist sie doch brandgefährlich..

Ach das hätten wir fast vergessen Mr. Lamar, noch schöne Grüsse aus dem Iran sollen wir ihnen ausrichten hat uns Herr Ahamadinedschad aufgetragen. Kim Yong Ils Sohn liegt derzeit mit Grippe im Bett und lässt ausrichten, dass er es genauso wie sie gemacht hätte- schliesslich ist das Volk ja so dumm dass es gar nicht kapiert was sich in den oberen Etagen abspielt.

Einschränkung der Meinungsfreiheit- nicht mit der Netzgemeinde

Wir werden uns nun ebenfalls zusammensetzen und beraten wie wir gegen SOPA weiter vorgehen werden. Auf die Gefahr hin dass wir uns wiederholen: Wir- das sind Millionen von freiheitsliebenden Menschen auf diesem Planeten die ihr morgendliches Update bei Twitter, Facebook und Co. brauchen wie die Luft zum Atmen und wir werden keine und ich wiederhole, keine Einschränkung der Meinungsfreiheit akzeptieren.

MPAA CEO Chris Dodd: die Proteste sind ein “Gag der Medienindustrie”

Chris Dodd, CEO der Motion Picture Association schreibt in einem Statement zum Blackout Day der Netzgemeinde folgendes: “..Das ist ein nur ein Gag der Medienschaffenden die mit ihrem Protest ihre Macht missbrauchen und den Menschen gegenüber die auf ihre Informationen und Dienstleistungen angewiesen sind unverantwortlich und sie betreiben mit ihrer Freiheit die sie im heutigen Markt geniessen einen Machtmissbrauch anstatt sich mit uns an den Tisch zu setzen…”

“übertriebene PR-Stuntaktionen”

Dodds Tirade geht noch weiter:: “…Mit ihrem Blackout Day bestrafen sie ihre gewählte Regierungsvertreter die unablässig daran arbeiten amerikanische Arbeitsplätze vor ausländischen Kriminellen zu beschützen. Es ist unsere Hoffnung dass das Weisse Haus und der Kongress sich an diejenigen wendet die planen dieses “Blackout” durchzuführen damit diese übertriebenen PR-Stuntaktionen gestoppt werden..”

Techcrunch Devin Coldewey: “die MPAA ist ein Schiff voller Narren”

Devin Coldewey von Techcrunch ärgert sich über diese Aussagen: “Dann sind die Proteste also nur “Streiche” und Webseiten wie Wikipedia tun das nur um ihre eigenen Interessen zu schützen, sie machen also ihre Nutzer zu Bauernopfern und “kommen nicht an den runden Tisch.” Coldewey scheinen die Aussagen von Dodd aber auch zu amüsieren: “..Wir haben schon einige offizielle Statements von dieser Industrie gehört aber das hier gehört zu den Besten- wenn sie bis jetzt nicht gedacht haben dass die MPAA ein Narrenschiff ist wird sie dieses Statement  ein für allemal überzeugen..”

“Kriegserklärung an die Freiheiten des Internet”

Coldewey hat musste sich offenbar schon viele unsinnige Statements der MPAA anhören und meint ganz klar: “Dass sein beschämendes Memo niemanden von den Hunderten, wenn nicht Tausenden von Seiten, Diensten und Blogs die aus Protest für einen Tag streiken beindruckt, braucht wohl nicht erwähnt werden. Unter den Demonstranten befinden sich auch viele glaubwürdige Persönlichkeiten- wenn nicht sogar Millionen von Bürgern die der Meinung sind, dass SOPA eine Kriegserklärung an die Freiheiten ist die das Internet  zu dem gemacht haben was es heute ist.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

via TorrentFreak.com

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