Basel goes Sillicon Valley: kostenloses WLAN im “Drämmli”

Die Basler Verkehrsbetriebe  gehen mit der Zeit und zeigen, was man heute von einem modernen Transportunternehmen erwarten darf: die nagelneuen Trams der Baselland Transport AG bieten nun einen kostenlosen WLAN-Zugang für die Fahrgäste. Inbesondere Touristen werden diesen Dienst natürlich sehr begrüssen aber auch die Schweizer lieben BLT FreeNet bereits- mehr als doppelt soviele Fahrgäste wie erwartet, nutzen die neuen Trams.

Die Situation in Basel ist etwas anders als in anderen Städten, denn hier konkurrieren zwei Unternehmen gegeneinander, die Baselland Transport AG und die Basler Verkehrsbetriebe BVB. Es handelt sich also auch um eine Massnahme um gegen die Konkurrenz bessere Karten zu haben. Die Technik dahinter ist mittlerweile ausgereift, kostengünstig und sehr einfach realisierbar.

“Wir müssen die Jungen gewinnen”

Die neuen “Tango” Trams in Basel sind sehr laufruhig und eignen sich besonders gut für einen schnellen Internetzugang. Die beiden Konkurrenten sind aber einer Meinung und finden Wlan in öffentlichen Verkehrsmitteln sinnvoll. BVB Marketingleiter Stefan Schaffner gegenüber 20min: “wir müssen die Jungen bereits früh für den öffentlichen Nahverkehr gewinnen um sie vom Umstieg aufs Auto abzuhalten und so können wir auch Touristen vor hohen Kosten beim Roaming bewahren.” so Schaffner.

Das nagelneue Tango Tram der Basellandschaftlichen Verkehrsbetriebe (Bild: blt.ch)

Bern und Zürich verschlafen wieder einmal den Trend

In Zürich und Bern sieht man aber diese Vorteile nicht und ist der Meinung, die Fahrstrecken zu kurz, eine Einführung steht ausser Diskussion. Marquitos Colon, ein Leser von 20min fragt denn auch: “ZVV, seid ihr am schlafen?” Xoff Pardey, ein anderer Leser findet sogar dass “bei den Preisen gratis Wi-Fifi das mindeste ist was im ÖV angeboten werden sollte” Die beiden konkurrierenden Verkersbetriebe sind sich aber einig, dass  ein schneller Internetzugang in Straßenbahnen sinnvoll ist.

“Touristen vor Roaming Fallen bewahren”

Die BVB will die Details zwar noch bis Mitte März prüfen, findet aber auch, dass es gelte “mit attraktiven Zusatzdienstleistungen die Jungen bereits früh für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen und so von einem späteren Umstieg aufs Auto abzuhalten und etwa Touristen vor Roaming-Fallen fernzuhalten”, so BVB-Marketingleiter Stefan Schaffner zu “20 Minuten”.

“die Zürcher machen lieber Werbung für Sunrise”

Peter Steiner meint:”Die VBZ wirbt lieber mit dem Slogan: “was müssen wir ihnen noch bieten damit sie umsteigen?” und beantwortet die Frage gleich selbst: Liebe VBZ: Wi-Fi zum Beispiel? Leser Venty meint dazu: “die Zürcher machen lieber Werbung für Sunrise am Tram, damit sichs jeder selber kauft” Leser wifi findet es “unnötigen Humbug” aber Sandro. S ist da anderer Meinung: “Vor allem Zürich, das sich gerne als Silicon Valley der Schweiz ausgibt, hätte dies vor Basel anbieten sollen.”

Silicon Valley der Schweiz im Tiefschlaf

In der Tat ist es doch ein wenig befremdend das gerade die Stadt Zürich, die sich sonst immer so modern und technikfreundlich gibt, diesen Trend tatsächlich verschläft. Das Argument, die Fahrzeiten seien zu kurz ist etwas weit hergeholt, es gibt auch in Zürich Trams, in denen man fast von der Anfangs zur Endhaltestelle fast eine Stunde unterwegs ist. Viele Kommentatoren machen sich aber Sorgen wegen der Strahlung- zu Unrecht denn Wlan sendet mit maximal 100 Milliwatt, das ist extrem wenig, weniger als das bei normalen Handy-Sendemasten üblich ist. Die Sorge ist absolut unberechtigt.

kostenneutrale Finanzierung

Andere machen sich Sorgen, die Billettpreise könnten daduch erhöht  werden aber auch diese Sorgen ist unbegründet: die Finanzierung ist absolut kostenneutral und wird durch zusätzliche Werbung finanziert. Völlig frei ist der Zugang allerdings nicht- wer den kostenlosen Wlan Zugang nutzen will muss aber nur eine SMS mit dem Wort WLAN an die Verkehrbetriebe schicken und schon muss er sich keine Gedanken um Datenpakete oder Limits machen.

“YouTube ruckelt ziemlich”

Zudem werden Webseiten mit “pornographischen” und +extremistischen” Inhalten blckiert, die Logfiles werden zwei Wochen lang aufbewahrt. Die Nutzer nehmen das Angebot aber trotzdem sehr dankbar an: In der Rush-Hour zwischen 17 und 18 Uhr sind auch schon mal 25 User gleichzeitig Online sagt BLT-Chef Andreas Büttiker. Für Multimedia Seiten wie YouTube reicht die Bandbreite aber nicht und die Videos ruckeln ziemlich, wie die Basellandschaftliche Zeitung berichtet.

Pilotprojekte in Deutschland, Rom mit flächendeckendem WLAN

In Deutschland gibt es derzeit im Gegensatz zu Bern oder Zürich zumindest schon erste Pilotprojekte und in Italien will man in Strassenbahnen künftig auch Internetzugang anbieten, Rom will sogar das gesamte Stadtgebiet fläckendeckend mit einem kostenlosen WLAN-Netz überziehen.

Nachfrage klar vorhanden

Laut der Leserumfrage von 20min sind 58 % der Leser der Meinung “dass Schweizer ÖV-Unternehmen ihre Fahrzeuge unbedingt mit kostenlosen WLAN Zugängen ausrüsten sollen” das gehöre heute einfach dazu. Nur 14 % sind anderer Meinung, 7 % sagen, “sie brauchen es nicht, sie surfen im Handynetz” und 21 % sagen “Nein, es strahlt sonst schon genug überall.”

Hoffen wir, die ÖV-Unternehmen reagieren auf die klar vorhandene Nachfrage der Fahrgäste. kostenlose WLAN Zugänge im öffentlichen Verkehr würden bestimmt noch etliche eingefleischte Autofahrer zum Umstieg bewegen und die Touristen würden es den Unternehmen bestimmt auch danken, abgesehen davon wäre es auch ein gutes Werbeargument für die Touristikbranche.

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via spiegel.de

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